Vor etwa einer Woche wollte ich etwas schreiben. Mir fiel aber nichts ein. Griff nach dem Buch, das ich gerade las (”Las Vegas” von Mario Puzo) und schlug es auf. Landete auf der Seite 60. Schrieb die Worte raus, zu denen ich was schreiben zu können glaubte.
Dies sind die Worte (in der Reihenfolge auf der Seite):
Ruhm
Glücksspiel
Kirche
Verurteilung
Laster
Gott
Wetten
Menschen
Zeit
Prediger
Gesinde
Herren
Aufstand
Hatte vor zu jedem Wort einen Post zu schreiben. Doch geschrieben habe ich kein Wort. Jetzt habe ich den Zettel vor mir auf dem die 13 Worte und “Las Vegas (Seite 60)” notiert sind. Werde jetzt etwas schreiben. Wird aber keine 13 Posts geben, sondern nur diesen. Vermutlich werde ich manch ein Wort auch nur kurz abhandeln.
Ich beginne.
Ruhm
Als Kind hielt ich mich für etwas besonderes. War sicher, dass etwas von mir bleiben würde, wenn ich tot bin. Ruhm ist natürlich nicht nur etwas, was sich nach dem Tod manifestiert. Doch für mich war Ruhm eigentlich fast immer gleichbedeutend mit “Nachruhm”. Ich identifizierte mich mit Figuren wie Vincent van Gogh, Jesus und Mozart. Menschen, die nach ihrem Tod größer wurden. War sicher, dass auch ich früh sterben würde, und man erst nach meinem Tod erkennen würde, wie toll ich war. Ich bin nicht sicher wie gewöhnlich solche Vorstellungen sind und wie man sie deuten kann. Ist mir aber auch egal. Mir ist heute auch nicht klar, wieso jemand an Nachruhm interessiert ist. Was interessiert es, was andere von einem denken, wenn man tot ist? Wenn man berühmt sein kann, dann doch möglichst zu Lebzeiten. Aber warum will man überhaupt Ruhm? Darum. Jeder (vielleicht auch nur fast jeder) will sich vom Rest abheben. Jeder braucht einen Sinn im Leben; oder wenigstens etwas, was einen so sehr betäubt/ablenkt, dass man sich diese Sinnfrage nicht stellt. Ruhm ist neben Religion, Sex, Geld, Macht und, was Menschen noch so einfällt, etwas, was dem Leben Sinn geben kann oder einen zumindest so sehr einnimmt, dass man sich die Sinnfrage nicht stellt.
Glücksspiel
Bin ich anfällig für.
Ich pokere. Ich wette. Ich spiele Lotto.
Beim Lotto geht es mir nur ums Geld. Lottospielen macht keinen Spass.
Ich spiele aus zwei Gründen Lotto:
1. Ich würde gerne einen Haufen Geld gewinnen.
2. Ich spiele seit ca. 15 Jahren eine Reihe. Natürlich habe ich diese sechs Zahlen im Kopf. Und dies ist der Grund, dass ich ein Lotto-Abo habe. Ich fürchte, dass die Reihe kommt, wenn ich sie mal nicht spielen sollte. Diese Angst ist natürlich irrational. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sechs Zahlen gezogen werden ist genauso gross wie bei jeder anderen Reihe, nämlich ca. 14.000.000 zu 1, dennoch kann ich nicht anders als diese Reihe zu spielen. Könnte es mir nicht verzeihen, wenn sie gezogen würde und ich sie nicht gespielt hätte.
Für meine Sportwetten gibt es einen Hauptgrund:
Wenn ich auf ein Sportereignis gewettet habe, macht es mehr Spass das Event anzuschauen. Spass ist aber eigentlich nicht das richtige Wort. Die Gefühle, die mich überkommen, wenn ich etwas sehe, worauf ich wettete, sind Angst, Wut, Enttäuschung, Spannung, Erleichterung - welche Gefühle in welcher Intensität vorkommen ist immer abhängig von Verlauf und Ausgang des Sportereignisses.
Ähnliche Gefühle habe ich auch beim Pokern.
Wobei ich beim Poker spielen öfter wütend werde, als beim Anschauen von Sportereignissen. Wobei ich echt kein Problem damit habe zu verlieren. Ich werde nur wütend, wenn ich alles richtig mache und der andere unglaubliches Glück hat.
Kirche
Halte ich sehr wenig von. Natürlich haben Kirchen (Damit meine ich nicht nur christliche Kirchen. Ich verstehe das Wort “Kirche” in diesem Zusammenhang als eine Organisation, die den Anspruch hat eine Religion zu vertreten.) auch einiges Gutes getan, doch dies wiegt bei weitem nicht die “Sünden” und Straftaten der “Kirchen” auf.
Religionen lehne ich aber nicht ab, obwohl ich persönlich eher ungläubig bin.
Wenn eine Religion anderen Menschen Trost und Sicherheit geben kann, kann niemand sich herausnehmen, dies zu kritisieren.
Verurteilung
Ich denke, dass niemand jemanden verurteilen sollte, wenn dieses Verhalten keinem schadet. Wenn aber jemand anderen schadet, sollte man nicht zögern dieses Verhalten zu stoppen und den Täter zu bestrafen.
Laster
Mein (Haupt-)Laster ist die Faulheit. Zudem bin ich manchmal unzugänglich für andere Menschen. Geht teilweise so weit, dass ich nicht anders kann, als zuzugeben, dass mein Verhalten autistische Züge in sich trägt.
Gott
Ich bestreite nicht, dass es so etwas wie Gott gibt. Bin aber sicher, dass jedes bekannte Gottesbild das Produkt menschlicher Imagination ist.
Wetten
Schon abgehandelt. Siehe Glücksspiel.
Menschen
Yeshayahu Leibowitz hat mal gesagt, dass jeder Mensch zeitweilig oder auf Dauer böse und/oder dumm sein kann. Stimme dieser Aussage zu. Glaube nicht, dass Menschen grundsätzlich gut oder böse/schlecht (Dies ist ein Unterschied. Nietzsche hat dazu ziemlich viel geschrieben.) sind, aber daran, dass diese negativen Eigenschaften in jedem schlummern, habe ich keine Zweifel. Dies hat zur Folge, dass ich oft sehr misstrauisch bin.
Zeit
“Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.”
Prediger
Ich mag keine Prediger.
Gesinde
Wird es immer geben.
Manchmal tun sie mir leid, manchmal denke ich mir, dass jeder bekommt was er verdient.
Herren
Lehne ich ab. Wird es aber immer geben.
Aufstand
Meistens richtig. Selten erfolgreich.